Pferdepoesie

im Internet und Büchern gefunden

alle Bilder sind von mir

 

Das Pferd heißt Pferd,

weil es läuft auf der Erd.

Würde es fliegen in der Luft,

hieße es Pfluft.

 

 

 

Und er nahm eine Handvoll von der Nacht.

und streute sie auf das Marschenland.

darauf stand er nun. Dunkel. ja schwarz

von Kopf bis Schweif.

Schwarz wie die Nacht, in der er geschaffen wurde.

seht den  stolzen Kopf, und die wallende, schwarze Mähne,

die große Hufe mit Behang.

Beine, die sich wie Federn senken und heben.

Eine kraftvolle Haltung – die Haltung eines Königs,

eines Königs der Nacht, des Dunkels.

Der König der schwarzen Freiheit:

 

DER FRIESE.

 

                                                                                          (Verfasser unbekannt)

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Pferd ohne Reiter bleibt ein Pferd,

aber ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Fohlen

 

Es sind noch nicht ganz seine

Glieder. Eher ist es umgekehrt:

Das zerbrechliche Quartett der Beine

hat ein winzig kleines Pferd.

 

Mit fest aufgestemmten Hufen

kann man eine Weile stehen:

Zusehn, wie die Wolken gehn,

nach des Windes wehn und rufen

lauschend seine Ohren drehn.

 

Einmal werdet ihr es sehen:

pfeilschnell, im gestrecktem Lauf

hügelab und hügelauf,

leichten Hufes wie beim Tanze.

Heute übt es noch das Gehen.

Denn das schwerste ist Balance.

 

                                                                                         (Christine  Koller)

 

 

Ein wildes Roß ist's Leben,

Die Hufe Funken geben:

Wer's ehrlich wagt, bezwingt es,

Und wo es Tritt, da klingt es!

 

                                                                          (Aus: Die Stute Deflorata, von Arthur-Heinz Lehmann)

Wie man einschlafen kann

Dein Kissen ist weiß-blau gewürfelt:

ein Würfel Wolke ein Würfel Himmel

Und wenn du die Augen schließt

ist es ein Schimmel!

 

Und wenn du ihn fest um den Hals fasst

und schmiegst dich an sein Fell

und wartest bis ein Traum kommt-

trägt er dich von der Stell

      

                            (Reiner Kunze)

 

 

Islandpferde

Da stehen sie, Denkmälern gleich

mit dem Rücken zum Wind

stumm und doch vielsagend

unbewegt und doch bewegend ausdrucksvoll

so trotzen sie der klirrenden Kälte

Eiszapfen schmücken ihre zerzausten Mähnen

Schneeflocken fallen weich auf den winterlichen Pelz

und der Wind erzählt von ihren Sehnsüchten

so harmonieren sie mit der Natur.

 

                                                                        (D. Hege -Treskattis)

Der Hengst ist, wie man sehen kann,
ganz zweifellos der Pferdemann.
Die Stute ist nach Körperbau
und weil was fehlt, die Pferdefrau.
Der Wallach kommt als Hengst zur Welt.
Der Mensch hat aber festgestellt, dass Hengste williger parieren,
wenn sie die Männlichkeit verlieren,
und auch in punkto Weibersachen
nicht immer wieder Wirbel machen.
Nimmt man an spezieller Stelle
dem Hengst die Lust- und Freudenquelle,
so sind ihm Stuten völlig Wurst,
weshalb er, mangels Liebeslust,
im Unterschied zum Menschenmann,
ohne Sünde leben kann!

          

                                                                                                            gefunden bei www.frybi.ch

 

 

Der Reiter

Mein Freund an einem Sonntagmorgen
Tät sich ein hübsches Rößlein borgen.
Mit frischem Hemd und frischem Mute,
in blanken Stiefeln, blankem Hute,
Die Haltung stramm und stramm die Hose,
Am Busen eine junge Rose
Wie ein Adonis anzusehen.
Die Reiter machen viel Vergnügen,
Wenn sie ihr stolzes Roß bestiegen.

Nun kommt da unter sanftem Knarren
Ein milchbeladener Eselkarren.
Daß Rößlein, welches sehr erschrocken,
Fängt an zu trappeln und zu bocken.
Und, hopp, das war ein Satz, ein weiter!
Dort rennt das Roß, hier liegt der Reiter,
Entfernt von seinem hohen Sitze,
Platt auf dem Bauche in der Pfütze.
Die Reiter machen viel Vergnügen,
Besonders, wenn sie drunten liegen.

                                                           
(Wilhelm Busch)

 

 

Wenn der Mensch je eine große Eroberung gemacht hat, so ist es die, dass er sich das Pferd zum Freunde gewonnen hat.


                                                                                                    (Conte de Buffon)

 

 

Seht, so schwer ist die Liebe zu den Pferden; aber vielleicht hat ihnen Gott ein kürzeres Leben bedacht, weil sie den Himmel eher verdienen als wir.


                                                                                                                Arthur Heinz Lehmann

 

 

Stoßgebet eines Pferdes: Oh Herr, gib mir so dann und wann einen Reiter, der es wirklich kann.


                                                                                                    Autor unbekannt

 

 

Und als ich so ritt, klang mein Herz in den rasengedämpften Schritt,
klang ins Schnauben und Trensenspiel meines Schimmels,
und eine Seligkeit hat mein Herz durchhellt und ich wusste:
Fiele ich jetzt aus der Welt - ich fiele in den Himmel.


                                                                                                                                        Börries, Freiherr von Münchhausen

 

 

Der Mensch als König des Weltalls glaubt, das Pferd sei für ihn geschaffen worden. Aber das Pferd könnte manchen Einwand dagegen vorbringen

 

 

 

“Solange Menschen denken, dass Pferde nicht fühlen können, müssen Pferde fühlen, dass Menschen nicht denken können.”

 

 

"Der Ausdruck ihrer Augen

ist der einer liebenden Frau,

ihr Sang der eines schönen Weibes,

 ihre Brust die eines Löwen,

ihre Flanken die einer Gazelle,

sie ist die Trinkerin des Windes,

ihre Nüstern sind geöffnet

wie die Blütenblätter einer Rose,

ihr Fell ist wie ein Spiegel,

ihr Haar so dicht wie die Federn

auf Adlers Schwingen,

ihr Huf ist so hart wie Stein,

von dem man Feuer zu schlagen vermag.

Sie ist sanft wie ein Lamm,

jedoch wie ein Panther im Zorn,

wird sie geschlagen oder gereizt".

 

                                                                                                 Pferde Heute 2-2005

 

 

"Pferde in der Camargue"

 

... eben noch eingehüllt in tödlicher Stille,

vernahm ich ganz unvermittelt den Klang

von Hufen.

In der Ferne gewahrte ich

hundert schneeweiße Pferde - frei wie der Wind

und silbern schimmernd, als stammten sie

von Neptuns Wagen.

Sie eilten dahin gleich schaumgekrönten

Wogen vor dem Wind.

Söhne des Mistral, lustvoll getrieben von

dessen heftigen Böen wie eine Flotte.

Begleitet vom Donner ihrer Hufe

und dem rauschen des Meeres.

 

                                                        Roy Campbell

 

 

Der Droschkengaul

 

"Ich bin zwar nur ein Droschkengaul -

doch philosophisch regsam;

der Freß-Sack hängt mir kaum ums Maul,

so werd' ich überlegsam.

Ich schwenk' ihn her, ich schwenk' ihn hin,

und bei dem trauten Schwenken

geht mir so manches durch den Sinn,

woran nur Weise denken.

 

Ich bin zwar nur ein Droschkengaul -

doch sann ich oft voll Sorgen,

wie ich den Hafer brächt' ins Maul,

der tief im Grund verborgen

ich schwenkte hoch, ich schwenkte tief,

bis mir die Ohren klangen.

Was dort in Nacht verschleiert schlief,

ich konnt' es nicht erlangen.

 

ich bin zwar nur ein Droschkengaul -

doch mag ich Trost nicht missen

und sage mir: So steht es faul

mit allem Erdenwissen;

es frißt im Weisheitsfuttersack

wohl jeglich Maul ein Weilchen,

doch nie erreicht's - oh Schabernack -

die letzten Bodenteilchen.

 

 

                                                      Christian Morgenstern

 

"Wo in der weiten Welt ist Adel ohne Hochmut? Wo die Freundschaft ohne Mißgunst? Wo die Schönheit ohne Eitelkeit?
Hier, wo Anmut sich paart mit der Kraft und die Stärke gebändigt wird durch Sanftmut."

                                                                                                                                    Aus "Das Königreich des Pferdes“